Positionierung ist Auswahl, kein Angebot.

Eine Positionierung, die auf viele verschiedene Zielgruppen und Fragen gleichzeitig antwortet, ist keine Positionierung, sondern ein Angebotskatalog. Positionierung schließt so viel aus, wie sie einschließt. Das ist unangenehm, weil Ausschluss sich wie verlorene Chancen anfühlt.

Für Gründer und Unternehmer ist das oft die härteste Entscheidung: nicht zu versuchen, alle möglichen Kunden anzusprechen, sondern den einen Kontext zu besetzen, in dem man wirklich besser ist als andere.

Die Überprüfung ist einfach: Wenn jemand aus dem Markt gefragt wird, an wen er bei einem bestimmten Problem denkt, fällt dann spontan der eigene Name? Wenn die Antwort unklar oder breit gestreut ist, fehlt die Positionierung noch.

Die schärfste Frage: Wer kommt an wen, wenn es um X geht?

Eine funktionierende Positionierung besteht, wenn Unternehmer, Kollegen oder Partner die eigene Person spontan nennen, wenn jemand Hilfe bei einer spezifischen Frage braucht. Das ist die Operationalisierung von Positionierung: das erste Bild, das im Kopf eines anderen entsteht.

Wenn diese Assoziation unklar ist oder auf zu viele verschiedene Fragen passt, fehlt die Schärfe. Das ist keine Frage von Bekanntheit oder Reichweite. Jemand mit kleinem Netzwerk kann klar positioniert sein. Jemand mit großer Reichweite kann vollkommen beliebig wirken.

Der Test für Positionierung ist deshalb nicht: Wie viele Menschen kennen mich? Er ist: Was denken die, die mich kennen, konkret über meine Stärke?

Enge Positionierung ist kein Nachteil.

Wer denkt, enge Positionierung bedeute kleinere Reichweite, verwechselt Reichweite mit Relevanz. Wer als bestes System für LinkedIn-Reputation im deutschen B2B-Markt gilt, wird von weniger Menschen gesucht als wer für allgemeine Karrieretipps bekannt ist. Aber die, die suchen, haben einen echten Bedarf.

Reichweite gewinnt man in Reichweitenspielen. Reputation gewinnt man in Relevanzspielen. Für Dienstleister und Unternehmer, die von Vertrauen in ihre Person leben, ist Relevanz das klarere Ziel.

Eine enge Positionierung baut auch schneller Reputation auf, weil Repetition wirkt. Wer immer wieder dasselbe Thema aus verschiedenen Winkeln belegt, wird in diesem Thema verankert. Wer jede Woche ein anderes Thema angeht, sammelt Beiträge, aber kein Profil.

Die beste Positionierung kommt aus echtem Arbeitsalltag.

Positionierungen, die gut klingen, aber nicht in echter Erfahrung verwurzelt sind, halten dem ersten öffentlichen Gespräch selten stand. Wer auf LinkedIn eine Position einnimmt, die er im direkten Gespräch nicht belegen kann, erzeugt Reibung statt Vertrauen.

Die besten Positionierungen kommen aus einer Frage an die eigene Arbeit: Was sehe ich immer wieder, das andere nicht sehen? Welches Risiko wird in meinem Markt konsistent unterschätzt? Welche falsche Annahme korrigiere ich in fast jedem Kundengespräch?

Diese Fragen führen zu Positionierungen, die halten, weil sie auf echter Beobachtung basieren. Sie lassen sich auch in Content übersetzen, weil das Rohmaterial vorhanden ist: konkrete Erfahrungen, Entscheidungen und Beobachtungen aus echter Arbeit.

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