Was unterscheidet den About-Bereich von allen anderen Feldern?

Er ist das einzige Freitext-Feld im Profil mit Raum für eine vollständige Argumentation. Strukturierte Felder wie Titel, Firma und Zeitraum erlauben keine Aussage; der About-Bereich erlaubt Positionierung – und wird meistens als Lebenslauf verschwendet.

Das ist Vorteil und Anforderung zugleich. Wer ihn als Positionierungstext nutzt, kann in drei Absätzen das Wesentliche vermitteln: woran man mit dieser Person arbeitet, was sie unterscheidet, was ein sinnvoller nächster Schritt ist.

Auch KI-Suchmaschinen ziehen besonders den About-Bereich für ihre Einordnung heran. Er ist damit nicht nur Text für Menschen, sondern Teil des Executive-Profils, das als Ganzes wirkt.

Was ist der häufigste Fehler im About-Bereich?

Nicht für die falsche, sondern für keine Zielgruppe zu schreiben. Die meisten Texte zählen Stationen chronologisch auf – das ist ein Lebenslauf, kein Positionierungstext.

Ein Lebenslauf beantwortet „Was haben Sie gemacht?“. Ein guter About-Bereich beantwortet „Warum sind Sie für mein Problem die richtige Person?“. Diese Frage stellt kein Recruiter, sondern ein Kunde, Investor oder Partner.

Der Unterschied liegt in der Perspektive. Chronologisch schaut zurück; positionierend schaut auf den Leser und sein Problem.

Wie ist ein About-Text aufgebaut, der arbeitet?

In drei Lesebewegungen. Erster Absatz: Zielgruppe und Aufgabe, knapp und ohne Aufzählung. Zweiter Absatz: der Beweis – was wurde wiederholt getan, welche Ergebnisse sind typisch? Dritter Absatz: ein konkreter nächster Schritt.

Diese Struktur ist nicht elegant, aber effektiv. Sie beantwortet die drei Fragen, die entscheiden: Ist das relevant für mich? Hat die Person Erfahrung? Was tue ich als Nächstes?

Jede Frage bekommt einen Absatz – nicht alles auf einmal, nicht verzögert.

Warum sind die ersten zwei Zeilen entscheidend?

Weil LinkedIn nur zwei bis drei Zeilen zeigt, bevor „Mehr anzeigen“ erscheint. Diese Zeilen müssen wirken wie eine Headline: Sie entscheiden, ob der Leser klickt.

Viele Texte beginnen mit „Willkommen auf meinem Profil“ oder „Ich bin seit 20 Jahren in der Branche tätig“. Beides verschenkt den einzigen Moment, der über das Weiterlesen entscheidet.

Dieselbe Aufgabe trägt die Headline eine Stufe höher – beide entscheiden in Sekunden, ob jemand bleibt.

Warum ist der About-Bereich die härteste Textaufgabe?

Weil er ohne Tagesaktualität dauerhaft stimmen muss. Er zwingt zur Präzision: Was ist stabil genug, dass es in einem Jahr noch wahr ist? Diese Frage ist schwerer als ein einzelner Beitrag.

Viele schieben den About-Bereich auf, weil er Positionierungsarbeit voraussetzt. Man kann keinen guten Text schreiben, ohne zu wissen, wofür man steht.

Das macht ihn zur Diagnose: Wer ihn nicht schreiben kann, hat noch keine klare Positionierung. Wer ihn schreibt, erkennt, was noch fehlt.

Häufige Fragen.

Wie lang sollte der About-Text sein?

So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Drei knappe Absätze reichen meist. Entscheidend sind die ersten zwei Zeilen, weil LinkedIn den Rest zunächst ausblendet.

In Ich- oder Er-Form schreiben?

Meist Ich-Form. Sie wirkt persönlicher und passt zu einer Personenmarke. Die Er-Form klingt nach Unternehmensprofil und schafft Distanz, die hier nicht hilft.

Soll man Kontaktdaten in den About-Text?

Ja, am Ende. Eine klare Zeile, wie und wofür man erreichbar ist, gehört zum Gesprächsanlass. Sie ersetzt aber nicht den eigentlichen Positionierungstext davor.

Wie oft sollte man den About-Text aktualisieren?

Wenn sich die Positionierung ändert, nicht nach Kalender. Ein guter About-Text ist auf Dauer angelegt – er sollte ein Jahr später noch stimmen, ohne dass man ihn anfassen muss.

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